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Eisbaden in Swinemünde: der erste Gang in die kalte Ostsee Schritt für Schritt

· 4 Min. Lesezeit

Ein breiter Sandstrand mit sanft abfallendem Grund macht Swinemünde zu einem guten Ort für das erste Eisbaden. Die kalte Ostsee verlangt aber Respekt – so beginnen Sie vernünftig und sicher.

Warum Swinemünde sich zum Eisbaden eignet

Eisbaden, also kurze Bäder in sehr kaltem Wasser, zieht jedes Jahr mehr Menschen an die Ostsee. Swinemünde bietet dafür gute Bedingungen. Der Strand ist breit und sandig, ohne Steine, und der Grund fällt flach ab – Sie können in Ruhe bis zu den Knien oder zur Hüfte ins Wasser gehen, ohne zu springen und ohne plötzlich den Boden zu verlieren. Dazu kommt die Promenade direkt hinter den Dünen: Nach dem Bad sind Sie schnell wieder im Warmen.

Im Winter ist der Strand oft leer, am Wochenende treffen Sie aber vor allem an den Hauptzugängen häufig Gruppen von Eisbadern. Für Einsteiger ist das ein großer Vorteil – mit erfahrenen Leuten in der Nähe geht man sicherer ins Wasser.

Einstieg ins Meer im Winter
Einstieg ins Meer im Winter Foto: Johan Jönsson (Julle), CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Wann ist Saison

Die Eisbade-Saison dauert meist vom Spätherbst bis zum Frühjahrsbeginn, ungefähr von November bis März. Die Ostsee hat dann nur wenige Grad. Am besten beginnen Sie im Herbst, wenn das Wasser gerade erst abkühlt: Der Körper gewöhnt sich Woche für Woche daran, und die ersten Gänge ins Wasser sind milder als mitten im Winter.

Wer nur ein paar Tage in Swinemünde ist und noch nie eisgebadet hat, kann es auch im Winter versuchen – dann aber umso mehr mit kurzer Zeit im Wasser und den Regeln unten. Denken Sie daran: Außerhalb der Sommersaison sind die Strände nicht bewacht, Rettungsschwimmer gibt es keine.

Bevor Sie zum ersten Mal ins Wasser gehen

Eisbaden ist eine große Belastung für den Kreislauf. Kaltes Wasser lässt die Gefäße schlagartig eng werden, der Atem beschleunigt sich, der Blutdruck steigt. Für Gesunde ist das ein kurzer Schock, bei manchen Erkrankungen – etwa des Herzens, bei Bluthochdruck, Epilepsie oder Diabetes – kann es gefährlich werden. Wenn Sie gesundheitliche Zweifel haben, sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt. Mit Infekt oder Fieber gehen Sie bitte nicht ins Wasser.

Diese Regeln gelten vom ersten Mal an:

  • Nie allein. Gehen Sie mit jemandem, der am Ufer bleibt oder mitbadet. Im Winter ist der Strand oft menschenleer, Hilfe kommt womöglich nicht schnell.
  • Kein Alkohol. Weder vorher noch nachher. Er täuscht Wärme vor und beschleunigt das Auskühlen.
  • Nicht nüchtern und nicht direkt nach einer schweren Mahlzeit. Ein leichter Imbiss ein bis zwei Stunden vorher ist ideal.
  • Wetter und See prüfen. Bei starkem Wind, hohen Wellen und Sturm verzichten Sie. Eine Welle kann auch einen stehenden Menschen umwerfen.

Sicheres Eisbaden Schritt für Schritt

  1. Aufwärmen – einige Minuten leichte Bewegung am Strand: Gehen, Armkreisen, Kniebeugen. Es soll wärmen, nicht ermüden.
  2. Ruhig hineingehen – langsam ins Wasser, nicht springen oder hineinrennen. In den ersten Sekunden kommt ein reflexartiger tiefer Atemzug; konzentrieren Sie sich auf ruhiges, langsames Atmen.
  3. Kopf über Wasser – Einsteiger sollten den Kopf nicht untertauchen. Es reicht, bis zur Hüfte oder zum Hals ins Wasser zu gehen. Die Mütze bleibt auf.
  4. Kurz – zu Beginn genügen ein bis zwei Minuten. Später können Sie die Zeit verlängern, doch auch Erfahrene bleiben meist nicht lange. Hören Sie auf Ihren Körper, nicht auf die Uhr – wenn Ihnen unwohl wird, gehen Sie sofort raus.
  5. Schnell anziehen – abtrocknen und schichtweise anziehen, beginnend mit dem Oberkörper. Nicht trödeln: In den Minuten nach dem Bad kann die Körpertemperatur noch weiter sinken.
  6. Mit Bewegung aufwärmen – ein kurzer Spaziergang, Tee aus der Thermoskanne und zurück ins Warme. Mit der heißen Dusche warten Sie lieber, bis sich der Körper etwas von selbst erwärmt hat.

Warnzeichen, bei denen Sie sofort aus dem Wasser und ins Warme müssen, sind etwa starkes, unkontrolliertes Zittern, Taubheitsgefühl, blaue Lippen, Schwindel oder Verwirrtheit. Bei Beschwerden nach dem Bad wählen Sie den Notruf 112.

Was Sie an den Strand mitnehmen

  • Mütze – über den Kopf geht viel Wärme verloren, sie bleibt auch im Wasser auf.
  • Badeschuhe oder Neoprensocken – schützen vor Kälte und vor Muscheln oder Steinchen.
  • Handschuhe – Neopren fürs Wasser, warme für den Rückweg. Hände und Füße frieren am schnellsten.
  • Großes Handtuch und Poncho oder Bademantel – zum Umziehen am Strand und als Windschutz.
  • Warme Kleidung im Zwiebellook – leicht anzuziehen, ohne komplizierte Verschlüsse, die mit klammen Fingern kaum zu schaffen sind.
  • Thermoskanne mit warmem Getränk und etwas Süßes.
  • Matte oder Tasche zum Draufstellen beim Umziehen, damit Sie nicht barfuß im kalten Sand stehen.

Legen Sie die Kleidung in der Reihenfolge des Anziehens bereit und lassen Sie sie in der Tasche, damit kein Sand und keine Feuchtigkeit hineinkommen.

Der Strand von Swinemünde im Morgengrauen
Der Strand von Swinemünde im Morgengrauen Foto: Mietek Ł, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Eisbaden mit Kindern und letzte Tipps

Kinder möchten die Erwachsenen oft nachahmen, kühlen aber schneller aus. Wenn überhaupt, dann nur sehr kurz, im Flachen und unter ständiger Aufsicht – und nach Rücksprache mit dem Kinderarzt. Für viele Kleine ist Anfeuern vom Ufer in warmer Jacke die beste Rolle.

Nach dem Eisbaden tut ein langer Spaziergang am Strand oder auf der Promenade gut, danach eine warme Mahlzeit. Ein Winteraufenthalt am Meer lässt sich leicht so planen: morgens ins Wasser, den Rest des Tages in ruhigem Rhythmus. Praktisch ist es, wenn die warme Wohnung nur wenige Minuten vom Strand entfernt liegt – sehen Sie sich unsere Apartments an der Promenade an oder fragen Sie nach einem freien Termin für ein Winterwochenende.

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